Living Soil selber machen – Substrat, Mischung und Aktivierung
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Living Soil selber machen: Substrat richtig vorbereiten
Living Soil selber zu machen bedeutet nicht, möglichst viele Zusätze nach Gefühl zusammenzumischen. Entscheidend ist ein ausgewogenes Substrat mit ausreichend Struktur, Sauerstoff, Feuchtigkeit und einer passend dosierten Nährstoffgrundlage.
Mit dem MONTEZUMA24-System lässt sich diese Grundlage aus geeigneter Pflanzerde und Hunab aufbauen. Hunab wird einmal vollständig eingemischt und das vorbereitete Substrat anschließend 7–14 Tage aktiviert.
Hunab gleichmäßig einmischen.
7–14 Tage aktivieren.
Pflanzen und bedarfsgerecht bewässern.
Im vorgesehenen ersten Run bildet Hunab die vollständige Nährstoffgrundlage für Wachstum und Blüte. Eine täglich neu angesetzte Düngermischung ist dann normalerweise nicht erforderlich.
Was bedeutet Living Soil?
Living Soil bezeichnet ein biologisch aktives Substrat, in dem organische Rohstoffe, Mineralien, Mikroorganismen, Feuchtigkeit und Sauerstoff zusammenwirken.
Mikroorganismen sind an der Umsetzung organischer Bestandteile beteiligt. Dabei werden gebundene Nährstoffe schrittweise innerhalb des Bodens verfügbar.
- ●Das Substrat dient als Wurzelraum und Nährstoffspeicher.
- ●Organische Bestandteile liefern langfristig umsetzbare Nährstoffe.
- ●Mineralische Rohstoffe ergänzen die Nährstoffgrundlage.
- ●Pflanzenkohle und Huminstoffe unterstützen die Bodenmatrix.
- ●Mikroorganismen wirken an biologischen Umsetzungsprozessen mit.
Füttere den Boden. Nicht die Pflanze.
Das brauchst du für 50–70 Liter Living Soil
1. Geeignete Pflanzerde
Verwende 50–70 Liter hochwertige, lockere und strukturstabile Pflanzerde. Eine komplizierte Spezialerde ist nicht notwendig.
Die Ausgangserde sollte Wasser speichern können, gleichzeitig aber ausreichend Luft an die Wurzeln lassen. Stark verdichtende oder dauerhaft vernässte Erde ist ungeeignet.
2. Hunab · 1.000 g
Eine vollständige Dose Hunab wird gleichmäßig in 50–70 Liter Substrat eingearbeitet.
Hunab enthält organische und mineralische Nährstoffquellen, Pflanzenkohle, Humin- und Fulvinsäuren sowie mikrobielle Bestandteile.
3. Wasser
Das gemischte Substrat wird gleichmäßig angefeuchtet. Es soll sich wie ein gut ausgedrückter Schwamm anfühlen: feucht, aber nicht nass.
4. Optionales Strukturmaterial
Ist die Ausgangserde sehr dicht, kann ihre Struktur mit geeignetem Belüftungsmaterial verbessert werden. Dazu eignen sich beispielsweise Bims, Lava, Perlite oder Reisspelzen.
Die benötigte Menge hängt von der Ausgangserde ab. Lockeres Substrat benötigt weniger zusätzliche Belüftung als schwere, stark verdichtende Erde.
5. Kux Pur für die Wurzelzone
Beim späteren Einpflanzen werden im MONTEZUMA24-System 1–2 g Kux Pur direkt an die neue Wurzelzone gegeben.
Organische Dünger können ebenfalls zu hoch dosiert oder ungeeignet kombiniert werden.
Living Soil in sechs Schritten selber machen
-
Substrat prüfen
Die Pflanzerde auf Struktur und Feuchtigkeit kontrollieren. Verdichtete Klumpen auflockern und bei Bedarf geeignetes Belüftungsmaterial ergänzen. -
Hunab schrittweise verteilen
Den gesamten Inhalt der 1.000-g-Dose in mehreren Portionen über 50–70 Liter Substrat geben. -
Gründlich mischen
Das Substrat mehrfach wenden, bis Hunab gleichmäßig verteilt ist. Konzentrierte Düngerhaufen dürfen nicht zurückbleiben. -
Gleichmäßig anfeuchten
Wasser langsam einarbeiten. Die Erde soll vollständig leicht feucht sein, darf aber nicht tropfen oder vernässen. -
7–14 Tage aktivieren
Das vorbereitete Substrat locker und luftdurchlässig lagern. Während der Aktivierung gleichmäßig leicht feucht halten und vor Austrocknung, Staunässe und starker Hitze schützen. -
Pflanzen und bewässern
Nach der Aktivierung die Pflanze einsetzen. Dabei 1–2 g Kux Pur an die neue Wurzelzone geben und anschließend bedarfsgerecht bewässern.
Mischen → anfeuchten → aktivieren → pflanzen → bedarfsgerecht bewässern.
Warum muss Living Soil aktiviert werden?
Nach dem Einmischen benötigen die biologischen Prozesse im Substrat Feuchtigkeit, Sauerstoff und Zeit. Während der Aktivierung beginnt die Umsetzung der enthaltenen organischen Bestandteile.
Das Substrat sollte dabei ungefähr wie ein gut ausgedrückter Schwamm feucht bleiben. Vollständiges Austrocknen verlangsamt die Prozesse, während zu viel Wasser den verfügbaren Sauerstoff reduziert.
- ●gleichmäßige leichte Feuchtigkeit erhalten
- ●Staunässe vermeiden
- ●Substrat nicht stark verdichten
- ●ausreichenden Luftaustausch ermöglichen
- ●vor direkter Hitze und starker Sonne schützen
7–14 Tage vor dem Einpflanzen.
Was ist mit Kompost und Wurmhumus?
Reifer Kompost und hochwertiger Wurmhumus können biologisch aktive Bestandteile und organische Substanz in ein Substrat einbringen.
Ihre Zusammensetzung und Nährstoffkonzentration können jedoch stark variieren. Deshalb sollten sie nicht zusammen mit weiteren konzentrierten Düngern in beliebigen Mengen verwendet werden.
Entscheidend sind Qualität, Zusammensetzung und eine zueinander passende Dosierung.
Wenn deine Ausgangserde bereits Kompost oder Wurmhumus enthält, musst du nicht automatisch weitere große Mengen ergänzen.
Pflanzenkohle richtig einsetzen
Pflanzenkohle besitzt eine poröse Struktur und kann Bestandteil einer stabilen Bodenmatrix sein. Unbehandelte Pflanzenkohle sollte jedoch nicht einfach in großen Mengen in die Erde gegeben werden.
Sie wird sinnvollerweise zusammen mit organischen und mineralischen Bestandteilen eingesetzt. In Hunab ist Pflanzenkohle bereits als abgestimmter Bestandteil der Rezeptur enthalten.
Weitere Informationen findest du auf unserer Seite über Terra Preta und Pflanzenkohle.
Richtig bewässern
Auch die beste Living Soil funktioniert nicht bei dauerhaft falscher Bewässerung. Mikroorganismen und Wurzeln benötigen sowohl Wasser als auch Sauerstoff.
- ●langsam und gleichmäßig gießen
- ●die Wassermenge an Topfgröße und Pflanze anpassen
- ●Staunässe vermeiden
- ●Substrat nicht vollständig austrocknen lassen
- ●funktionierende Ablauföffnungen verwenden
Die Pflanze wird weiterhin beobachtet und bedarfsgerecht bewässert.
Braucht Living Soil pH- oder EC-Kontrollen?
Im vorgesehenen ersten Run wird keine neue Nährstofflösung bei jedem Gießen angesetzt. Dadurch kann der laufende Mess- und Korrekturaufwand deutlich geringer ausfallen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Wasserqualität oder auffällige Veränderungen der Pflanze grundsätzlich ignoriert werden sollten. Bei sehr hartem, sehr weichem oder ungewöhnlich zusammengesetztem Wasser kann eine Kontrolle weiterhin sinnvoll sein.
Wasserqualität und Pflanzenzustand trotzdem im Blick behalten.
Mulch als optionaler Schutz
Eine geeignete Mulchschicht kann die Substratoberfläche vor schnellem Austrocknen schützen und ein gleichmäßigeres Bodenklima unterstützen.
Verwendetes Material sollte sauber, unbehandelt und für die jeweilige Kultur geeignet sein. Die Mulchschicht darf nicht dauerhaft vernässt sein und sollte den Pflanzenstamm nicht dicht umschließen.
- ●geeignetes trockenes Pflanzenmaterial
- ●sauberes Stroh
- ●Laub geeigneter Pflanzen
- ●andere unbehandelte Mulchmaterialien
Häufige Fehler vermeiden
- ●Dünger oder Zusätze nach Gefühl überdosieren
- ●Hunab nur oberflächlich oder punktuell verteilen
- ●direkt nach dem Einmischen bepflanzen
- ●Aktivierungszeit deutlich verkürzen
- ●Substrat vollständig austrocknen lassen
- ●Erde dauerhaft durchnässen oder stark verdichten
- ●zusätzliche Dünger ohne erkennbaren Bedarf einsetzen
Living Soil nach der Ernte weiterverwenden
Nach der Ernte muss ein funktionierendes Substrat nicht automatisch entsorgt werden. Es kann geprüft und für weitere Durchgänge gezielt aufgefrischt werden.
Im MONTEZUMA24-System wird die vorhandene Erde folgendermaßen weitergeführt:
- ●Kux Pur beim Einpflanzen an die neue Wurzelzone geben
- ●nach 7–10 Tagen Ixim als Top-Dressing einsetzen
- ●Kan zum Beginn der Blütephase ergänzen
200 g Ixim während der frühen Wachstumsphase.
200 g Kan zum Beginn der Blütephase.
Die vollständige Weiterführung erklären wir auf der Seite Das MONTEZUMA24-System.
Ihre Qualität hängt von Bewässerung, Struktur, Nährstoffentzug und der richtigen Auffrischung ab.
50–70 Liter Substrat.
1.000 g Hunab.
7–14 Tage Aktivierung.
Danach im ersten Run nur noch bedarfsgerecht bewässern.
Füttere den Boden. Nicht die Pflanze.